In der Kategorie „Frag den Steuerberater“ beantwortet Steuerberater Michael Wohlfart konkrete Fragen zur rechtssicheren Auswanderung aus der Community.
Mein persönlicher Appell an dich: Lass dich von nichts und niemanden von deinem Traum deiner Auswanderung abbringen! Schiebe deine Auswanderung nicht unnötig auf!
Gerade in Bezug auf eine Auswanderung höre ich häufig, dass Auswanderer Angst haben, etwas falsch zu machen.
Angst davor, Ärger mit dem deutschen Finanzamt oder gar Steuerhinterziehung[[Aufgrund der einfachen Gründung einer Estland OÜ mit Hilfe einer e-Residency, den niedrigen Kosten und der vermeintlich niedrigen Besteuerung sehen nach wie vor viele Auswanderer eine Estland OÜ als valide Option an.
Spoiler: Eine Estland OÜ ist meiner...]]vorgeworfen zu bekommen.
Angst davor, wichtige Punkte oder Behördengänge bei der Auswanderung zu vergessen.
Angst davor, nicht zu verstehen in welcher Reihenfolge die jeweiligen Schritte einer Auswanderung umgesetzt werden sollten.
Lass dich von dieser Angst nicht lähmen.
Daher mein persönlicher Appell:
Lass dich von nichts und niemanden von deinem Traum deiner Auswanderung abbringen! Schiebe deine Auswanderung nicht auf, nur weil du noch nicht genau verstehst, was es alles zu beachten gibt.
Ich kenne niemanden, der es bereut hat seine Auswanderung sofort umzusetzen und dafür Fehler in Kauf zu nehmen. Die meisten Fehler lassen sich im Nachhinein korrigieren und die Folgen begrenzen.
Bei einer Auswanderung und im internationalen Steuerrecht gibt es sowieso keine 100%. Die Gesetze in Deutschland und den anderen beteiligten Ländern sind häufig widersprüchlich bzw. lassen sich in der Praxis kaum exakt umsetzen.
Wichtig ist, dass du deine Auswanderung ernst nimmst, dich wichtigsten Punkte im Blick hast und deine Schritte glaubhaft für das Finanzamt dokumentierst! Die 3 größten Fehler bei einer Auswanderung habe ich in diesem Blogartikel erklärt. Wenn du diese Fehler vermeidest, bist du schon besser als 90% der anderen Auswanderer aufgestellt und das Finanzamt nimmt sich dann lieber diese „einfacheren“ Fälle vor.
Du brauchst keine Angst vor Steuerhinterziehung oder Ärger mit dem deutschen Finanzamt zu haben, wenn du eine plausible Dokumentation hast. Das gilt in erster Linie für die Dokumentation deines Unternehmenswerts.
Du brauchst keine Angst davor zu haben, wichtige Punkte zu vergessen, wenn du deine Auswanderung mit einem Schritt-für-Schritt Fahrplan umsetzt und gut strukturierte Checklisten nutzt. Der erste Schritt sollte immer die wirksame Beendigung der unbeschränkten Steuerpflicht[[Nach § 1 Abs. 1 EStG sind natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. Dabei ist der Wohnsitz vorrangig vor dem gewöhnlichen Aufenthalt zu prüfen. Die unbeschränkte Steuerpflicht beginnt mit der...]]sein.
Du brauchst keine Angst davor zu haben, Schritte in der falschen Reihenfolge umzusetzen. Auch wenn du z.B. dein Auslandsunternehmen[[Relevant, wenn du vor deiner Auswanderung ein Auslandsunternehmen gründest. Nach den §§ 7 bis 14 AStG kann ein Auslandsunternehmen bei Gründung vor der Auswanderung unter die Hinzurechnungsbesteuerung (Englisch: „controlled foreign corporation rules“ bzw. „CFC rules“) fallen. Zusätzlich zur...]]schon vor der Beendigung der unbeschränkten Steuerpflicht gründest, löst das zwar eine Meldepflicht in Deutschland aus. Mit der richtigen Argumentation aber auch nicht mehr.
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